Heilpflanze des Jahres 2008
Februar 1, 2008
Die Fachjury des Theophrastus-Naturheilvereins wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008. Von den 26 zur Gattung Lavandula gehörenden Arten sind die folgenden drogenliefernde bzw. therapeutisch wirksame Pflanzen:Lavandula angustifolia (Echter Lavendel)
Lavandula hybrida (Lavandin)
Lavandula latifolia (Spiklavendel)
Lavandula stoechas (Schopflavendel)
Lavandula dentata (Zahnlavendel)
Lavendel ist eine häufig in der Heilkunde und Parfümerie geschätzte Pflanzengattung. Dies gilt vor allem für den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia).
Allerdings wurde von den Heilkundigen des klassischen Altertums der Echte Lavendel offenbar nicht verwendet, sondern nur eine verwandte Art. Stark duftende Lavendelzweige dieser oder einer ähnlichen Art verbrannten in der Antike die Perser, Griechen und Römer, um „schlechte Dünste“ in Krankenzimmern zu mindern oder den Ausbruch einer Epidemie zu verhindern.
Über die Ableitung des Namens Lavendel gibt es es verschiedene Anschauungen. Am meisten verbreitet ist die Ansicht, dass sich das Wort vom Lateinischen lavare (= waschen) ableitet, da man Lavendel schon bei den Römern gern dem Wasch- und Badewasser zusetzte.
Der Echte Lavendel gehört wie alle Lavendelarten zu den Lippenblütlern (Lamiaceae, Labiatae). Er ist ein stark duftender Halbstrauch mit einer Höhe bis etwa 60 cm und trägt schmale lanzettähnliche sowie filzig behaarte Blätter, die am Rand mehr oder weniger eingerollt sind und hat eine hellblaue bis violette etwa 1cm lange behaarte Blütenkrone. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August.
Bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist der Echte Lavendel anspruchslos und bevorzugt trockene, leichte und kalkhaltige Böden mit genügender Untergrundfeuchtigkeit.
Lavandula angustifolia stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeergebiet und kommt wildwachsend, halbkultiviert und kultiviert vor. Berühmt sind die kultivierten Lavendelfelder der Provence in Frankreich, bekannt aber auch die in Spanien und Südosteuropa. Ferner existieren Anbaugebiete in Russland.
Die Entdeckung der Heilkräfte von Lavendel scheint ein Verdienst der Klostermedizin gewesen zu sein. Bedeutendster Wirkstoff von Lavendelpflanzen ist ihr etherisches Öl. Auch in dem Fall, dass das etherische Öl nicht in isolierter Form genutzt wird, sondern Pflanzenteile wie Blüten und Blütenstände verwendet werden, ist der herausragende Wirkstoff das etherische Öl. Dieses Öl wird aus den frischen Blütenständen des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) durch Wasserdampfdestillation gewonnen.
Die Güte des Lavendelöls wird nach seinem Estergehalt und damit vor allem nach dem Linalylacetat-Gehalt bewertet. Das sogenannte „Lavendelöl extra“ gilt als beste Qualität. Linalylacetat und Linalool besitzen ein gutes Hautpenetrationsvermögen. Wie Untersuchungen zeigten, können die beiden Ölbestandteile auch bei ihrer Inhalation in das Körperinnere gelangen, wo sie im Blut und nach Überwinden der Blut-Hirn-Schranke auch im Gehirn analytisch nachweisbar sind.
Die Wirkung:
Die antimikrobielle Wirkung ist besonders auf den Gehalt an Linalool zurückzuführen und konnte anhand zahlreicher Testmikroorganismen nachgewiesen werden.
Weitere Untersuchungen zeigten, dass das Lavendelöl nach oraler Aufnahme bzw. Inhalation durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet werden kann: entkrampfend, neurodepressiv und motorikmindend.
Sowohl die genannten experimentellen Laboruntersuchungen als auch die klinischen Untersuchungen am Menschen beweisen die beruhigende und entspannende Wirkung des Lavendelöls bzw. der Lavendelblüten. Die Ergebnisse bestätigen auch die Aussagen der Erfahrungsheilkunde, d.h. der traditionellen Volksmedizin. Aufgrund der Befunde der Labor- und klinischen Untersuchungen hat die zuständige Bewertungskommission der BRD (Kommission E) in einer Monographie „Lavendelblüten, Lavandulae flos“ (veröffentlicht im Bundesanzeiger 1984/1990) die Wirkung der inneren Anwendung des Lavendelöls für das Indikationsgebiet „Befindensstörungen wie Unruhezustände, Einschlafstörungen, funktionelle Oberbauchbeschwerden“ anerkannt. Gleichzeitig wird die Anwendung von Lavendelblüten in der Balneotherapie zur Behandlung funktioneller Kreislaufstörungen empfohlen.
Lavendelöl wirkt nur in seltenen Fällen allergieauslösend oder phototoxisch.
Eine besondere Bedeutung kommt Lavendelöl – insbesondere dem von Lavandula angustifolia – in der heutigen Aromatherapie zu. In dieser wird die psychische Wirkung des etherischen Öls vom Echten Lavendel wie folgt beschrieben: ausgleichend, beruhigend, aufbauend, angstlösend und antidepressiv, bei Erschöpfung anregend und erfrischend.
Die körperliche Wirkung dieses Öls wird mit den nachstehenden Eigenschaften charakterisiert:
antibakteriell, entzündungshemmend, antiviral, schmerzlindernd, antiseptisch (desinfizierend), krampflösend, antimykotisch, durchblutungsfördernd, fiebersenkend, blutdruckregulierend, stark immunstimulierend, schlaffördernd, zellregenerierend, insektenabweisend, wundheilend
Als bewährte Anwendungsbereiche in der Aromatherapie werden für den alleinigen oder unterstützenden Einsatz angeführt:
Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten, Narbenpflege, Prophylaxe von Wundliegen (Dekubitus), Bronchitis, Bestrahlungsprophylaxe u. –nachsorge, Ohrenschmerzen, künstlicher Darmausgang (Stomapflege), Mittelohrentzündung, Gürtelrose, Fieber, Windpocken, Keuchhusten, Pilzerkrankungen (Candida albicans), Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Nervenentzündungen, Krampfanfälle, erhöhter Blutdruck, Gicht, Durchblutungsstörungen, Gelenkentzündungen, Krampfadern, Menstruationsbeschwerden, Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris), klimakterisches Syndrom, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Lymphstau nach Brustoperation, Wasseransammlung in den Beinen, Mundpflege, Schwangerschaftsstreifen, Bauchkrämpfe, Geburtsvorbereitung und Geburt, nervöse Magenschmerzen, Wochenfluss, Hautjucken, Brustdrüsenentzündungen, Insektenabwehr, nervös bedingte Muskelverspannungen, Fußschweiß, Schlafstörungen (auch bei Kindern), Verletzungen, Pubertätskrisen, Akne, depressive Verstimmungen, Wunden, Ängste, Verbrennungen (Sonnenbrand).
Entry Filed under: Heilpflanzen, Kräuter. Schlagworte: etherisches Öl, Heilpflanzen, iberissimo, Lavendel, Lavendelöl, Lavendelpflanzen.
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1.
Heilpflanze des Jahres 20&hellip | Februar 7, 2008 at 7:09 Uhr nachmittags
[...] Februar 7, 2008 um 7:07 nachmittags (Kräuter, Kräuter -Steckbriefe) Tags: Heilpflanze, Kräuter, Lavendel, Lavendula gefunden bei Iberissimo [...]
2.
waldfee | Februar 7, 2008 at 7:12 Uhr nachmittags
Ein schöner Artikel. Ich habe ihn auch in meinem Blog veröffentlicht - natürlich mit Link. Wenn´s nicht Recht ist, dann sagt mir bitte Bescheid.
3.
iberissimo | Februar 9, 2008 at 7:10 Uhr nachmittags
Vielen Dank für das Interesse an unserem Artikel. Wir freuen uns über die Verlinkung.